Zeige Deine Wunde

Annika van Vugt

»Show Your Wound«, 2018
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About Volker Bradke: I got to know him around 2003 in Marburg, his adopted home. I can report from his time in Düsseldorf that he was very much in contact with Joseph Beuys and that they also visited each other privately. In his professional career, he has made a name for himself as a translator (English – German) and editor for renowned publishing houses (including Rowohlt, Bertelsmann, Hoffmann und Campe, Econ, Lübbe, Umschau).
When I met Volker Bradke in Marburg, he was already in poor health and no longer practised the profession of editor in this form. However, he used to write aphorisms and prose himself and took part in poetry slams and readings in the Marburg cultural scene. His last project, a novel, was never completed. In the last years of his life, he was in extremely poor health, both externally and internally. Volker then passed away in the winter of 2018, poor and miserable indeed, but not without friends.

Regarding his relationship with Beuys, it should be noted that he held him in high esteem and always spoke of him. I can only agree with this assessment. In my film sequence, I explicitly point out our preference for Beuys, as your esteemed attention has not failed to notice. Thank you for that! The image, upside down, as a crucifix, is meant to point to recovery, as well as to the fact that the „rigidity of death can be overcome“ (Beuys).
Volker’s exact connection to Stéphane Hessel exists, but only from stories he told me. However, it is beyond my knowledge where, when and how they met. Furthermore, Volker often made fun of throwing all kinds of quotations, scraps of words into the air and enriching them with his own, so that the boundaries tend to blur.

My film excerpt is a mosaic piece from a complete installation I am planning about the life of Volker Bradke.
PS: The picture of Joseph Beuys and Nam June Paik towards the end of the film was taken by Volker in 1966 on the occasion of a celebration at Beuys‘ house. There are still a few photos from this celebration.


»Zeige Deine Wunde«, 2018
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Zu Volker Bradke: Ich habe ihn etwa 2003 in seiner Wahlheimat Marburg kennengelernt. Von seiner Zeit in Düsseldorf kann ich berichten, dass er sehr wohl guten Kontakt zu Joseph Beuys pflegte und sie sich auch privat gegenseitig besuchten. In seiner beruflichen Laufbahn hat er sich als Übersetzer (Englisch – Deutsch) und Lektor für anerkannte Verlage (u.a.  Rowohlt, Bertelsmann, Hoffmann und Campe, Econ, Lübbe, Umschau) einen Namen gemacht.
Als ich Volker Bradke in Marburg begegnet bin, war er gesundheitlich schon angeschlagen und übte den Beruf des Lektors in dieser Form nicht mehr aus. Allerdings pflegte er selbst Aphorismen und Prosa zu schreiben, beteiligte sich auch immer wieder an poetry-slams und Lesungen in der Marburger Kulturszene. Sein letztes Projekt eines Romanes fand keinen Abschluss. Gesundheitlich war er in den letzten Jahren seines Lebens extrem angeschlagen, sowohl äußerlich, wie auch innerlich. Im Winter 2018 ist Volker dann verstorben, in der Tat, arm und elend, jedoch nicht ohne Freunde.

Zu seinem Verhältnis zu Beuys ist anzumerken, dass er ihn hoch schätzte und immer wieder von ihm sprach. Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen. In meiner Filmsequenz weise ich explizit auf die Vorliebe von uns in Bezug auf Beuys hin, wie Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit ja auch nicht entgangen ist. Danke dafür! Das Bild, verkehrt herum, als Kruzifix, soll auf die Genesung hinweisen, als auch darauf, dass die »Todesstarre überwunden werden kann« (Beuys).
Die genaue Verbindung von Volker zu Stéphane Hessel besteht, aber nur aus Erzählungen, die er mir gegenüber ausgesprochen hat. Allerdings entzieht sich meiner Kenntnis, wo, wann und wie sie sich begegnet sind. Desweiteren hat Volker sich oft einen Spaß daraus gemacht alle möglichen Zitate, Wortfetzen in die Luft zu werfen und mit Eigenem anzureichern, so dass die Grenzen eher verschwimmen.

Mein Filmausschnitt ist ein Mosaikstück aus einer von mir geplanten Gesamtinstallation über das Leben von Volker Bradke.
PS: Das Bild von Jospeh Beuys und Nam June Paik gegen Ende des Filmes hat Volker 1966 anlässlich einer Feier bei Beuys gemacht. Es gibt noch ein paar Fotos von dieser Feier.